Umweltverträgliches Beizen

Pressemeldung
Mehr als 154.600 Tonnen Abgasemissionen jährlich durch innovative Beiztechnologie auf null senken

Rotainer®-Beizanlagen arbeiten emissionsfrei und ermöglichen eine 90-prozentige Wasserrückgewinnung zur Umweltentlastung und Ressourcen-schonung in der metallverarbeitenden Industrie

Braunschweig, 27. Oktober 2016 – Vom Kaffeebecher bis zu Bauteilen von Windkraftanlagen und vieles mehr: Edelstahl ist aus unserem Alltag nicht weg-zudenken. Doch der vielverwendete Werkstoff benötigt nach der Verarbeitung eine umweltbelastende Oberflächenbehandlung, um korrosionsbeständig und optisch ansprechend zu werden – das Beizen. Beim Beizprozess werden ag-gressive Säuren zur Oberflächenbearbeitung eingesetzt, deren Abgasentwick-lung und Abfallprodukte eine erhebliche Belastung der Umwelt sowie im mit-telbaren Kontakt auch eine Gesundheitsgefährdung darstellen.

In Deutschland gibt es rund 3.000 Beizbetriebe (Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Jahresbericht 2011, Seite 22ff.). Je Betrieb werden wenigstens eine bis mehrere Beizanlagen, üblicherweise Tauchbeizbecken, in die metallverarbei-tenden Prozesse eingebunden. Das bedeutet eine hohe Umweltbelastung durch

  • die Entstehung verschiedener Emissionen wie Fluorwasserstoffsäure (HF) und Stickoxide (NOX) sowie
  • anfallende Abwasser und
  • gefilterte Beizchemikalien in Form von Sondermüll.

Durch den Einsatz der Rotainer®-Beizanlagen der Siedentop GmbH werden sämtliche Emissionen vermieden, da diese Anlagen im geschlossenen System mit salpetersäurefreien Beizmitteln arbeiten. Der ökologische Unterschied zwischen herkömmlichen Tauchbeizbecken und Rotainern® ist erheblich:

Der ökologische Unterschied zwischen herkömmlichen Tauchbeizbecken und Rotainern®

Der Emissionsausstoß eines herkömmlichen Tauchbeizbeckens mittlerer Größe(zehn Quadratmeter Beizbadoberfläche) lässt sich, auf die Stunde bezogen, folgendermaßen darstellen.

Beispielrechnung: Emissionsausstoß herkömmlicher Tauchbeizbecken pro m³
während einer Stunde

Die jährliche Gesamtbelastung der deutschlandweit betriebenen Tauchbeizanlagen ergibt somit einen Emissionsausstoß von mehr als 154.615 Tonnen (HF und NOX), wie die folgende Tabelle zeigt. Bei dieser Zahl sind die nicht registrierten Beizbetriebe, die mit Sprühbeize arbeiten, nicht berücksichtigt.

Beispielszenario: Hochrechnung Emissionsausstoß herkömmlicher Tauchbeizbecken
(5m x 2m, 10m² Beizbadoberfläche) deutschlandweit

Die Rotainer®-Anlagen der Siedentop GmbH verwenden anstelle von Salpetersäure Schwefelsäur, deren Dämpfe sich nach dem Beizen über Sprühwasser aus der Luft waschen lassen. Die vollautomatisierten Beizprozesse schalten die Bearbeitungsschritte des Entfettens, Beizens, Passivierens, Spülens und Luftwaschens hintereinander. Das rotierende Sprühbeizverfahren kommt so mit nur 900 Litern Beizmittel aus und benötigt deshalb keine Genehmigung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG). Aufgrund der geringen Beizmittelmenge fallen zudem weniger Neutralisationsmittel und somit ein deutlich reduzierter Filterkuchen, sprich Sondermüll, an. Das gefilterte Spülwasser wird im Rotainer® über eine Durchlaufneutralisationsanlage mit Vakuumdestillation aufbereitet und kann zu über 90 Prozent für weitere Spülvorgänge zurückgewonnen werden.

Eine hohe Wasserrückgewinnung und emissionsfreie Prozesse, anstelle von mehr als 154.615 Tonnen Abgase jährlich: Umweltverträgliches Beizen ist keine Zukunftsmusik, sondern Gegenwart. Und vor dem Hintergrund der globalen Schadstoffbelastung sowie der internationalen Herausforderung einer Senkung der Emissionswerte tragen ökologisch nachhaltige Produktionsprozesse einen entscheidenden Teil zum verantwortungsbewussten Agieren von Unternehmen bei.

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